Ratgeber · Wandfarbe
Wandfarbe berechnen: So viel brauchen Sie
Von der Wandfläche zur Einkaufsliste: Was Sie abziehen, wie viele Anstriche Sie rechnen und welche Eimer am Ende zusammenpassen.
Vier Zahlen genügen
Wie viel Wandfarbe ein Raum braucht, hängt von vier Größen ab: der Streichfläche, der Zahl der Anstriche, dem Verbrauch je Quadratmeter und dem Untergrund. Wer diese vier Angaben kennt, kann die Menge in wenigen Minuten ausrechnen und mit der Größe der Eimer abgleichen. Der Rechner auf der Startseite nimmt Ihnen das ab, hier lesen Sie, was dahinter steckt, damit Sie das Ergebnis einordnen können.
Schritt 1: Die Wandfläche
Bei einem rechteckigen Raum messen Sie Länge, Breite und Höhe. Die vier Wände ergeben zusammen den Umfang mal die Höhe:
Wandfläche = 2 × (Länge + Breite) × Höhe
Ein Raum mit 4 Metern Länge, 3 Metern Breite und 2,5 Metern Höhe hat also 2 × 7 × 2,5 = 35 Quadratmeter Wandfläche. Bei Räumen mit Erkern, Schrägen oder Nischen messen Sie jede Wand einzeln, Breite mal Höhe, und addieren die Ergebnisse. Genau dafür gibt es im Rechner den Modus „Wände einzeln“.
Messen Sie lieber auf zwei Stellen genau als auf den Zentimeter. Ob der Raum 4,00 oder 4,03 Meter lang ist, ändert die Farbmenge um weniger als einen Viertelliter. Wichtiger ist, dass Sie die Höhe an der richtigen Stelle nehmen: Bei Altbauten und Dachgeschossen ist sie nicht überall gleich.
Schritt 2: Abzüge für Türen und Fenster
Türen, Fenster und andere Flächen, die nicht gestrichen werden, ziehen Sie ab. Auch hier gilt Breite mal Höhe. Im Beispiel kommt eine Tür von 0,9 mal 2,0 Metern auf 1,8 Quadratmeter, ein Fenster von 1,2 mal 1,2 Metern auf 1,44 Quadratmeter. Zusammen sind das 3,24 Quadratmeter, es bleiben 31,76 Quadratmeter Wand.
Laibungen, also die seitlichen Flächen in der Mauertiefe, und Türzargen sind dabei nicht enthalten. Das ist bewusst so: Zargen und Fensterrahmen werden meist mit anderem Lack gestrichen, und die Laibungen gleichen sich mit der kleinen Reserve aus, die ohnehin im Eimer bleibt. Wenn Sie viele kleine Öffnungen haben, die zusammen weniger als einen Quadratmeter ausmachen, können Sie sie ohne Bedenken weglassen.
Schritt 3: Anstriche und Verbrauch
Die Farbmenge ergibt sich aus der Fläche, der Zahl der Anstriche und dem Verbrauch je Quadratmeter:
Liter = Fläche × Anstriche × Verbrauch in l/m²
Zwei Anstriche sind bei Wandfarbe üblich. Der Verbrauch steht auf dem Eimer, meist als Ergiebigkeit in Quadratmetern je Liter, zum Beispiel „7 m² pro Liter“. Das entspricht 1 geteilt durch 7, also etwa 0,14 Liter je Quadratmeter. Als verbreitete Faustregel rechnen viele mit 0,12 bis 0,15 Liter je Quadratmeter und Anstrich. Die Produktübersicht eines Herstellers nennt für Innenfarben etwa 6 bis 8 Quadratmeter je Liter (Beispiel Caparol), das entspricht 0,125 bis 0,17 Liter je Quadratmeter. Der Rechner schlägt 0,15 vor, damit die Menge eher zu reichlich als zu knapp ausfällt. Wie die Ergiebigkeit zustande kommt, erklärt der Ratgeber Ergiebigkeit und Deckkraft verstehen.
Im Beispiel ergibt sich: 31,76 Quadratmeter × 2 Anstriche × 0,15 Liter je Quadratmeter = 9,528 Liter. Mit nur einem Anstrich wären es 4,764 Liter, mit drei Anstrichen 14,292 Liter.
Schritt 4: Der Untergrund
Nicht jede Wand nimmt die Farbe gleich auf. Glatter, bereits gestrichener Putz braucht den Wert vom Eimer. Raufaser oder Strukturputz haben eine größere Oberfläche, frischer Putz, Gipskarton und Porenbeton saugen Farbe auf. Der Rechner bietet dafür Zuschläge von 10 Prozent bei rauem und 20 Prozent bei stark saugendem Untergrund an. Das sind Richtwerte aus der Praxis, keine Normwerte. Der Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie nennt für dispersionsbasierte Innenwandfarben Auftragsmengen zwischen 100 und 500 Gramm je Quadratmeter, je nach Anwendung und Produkt (Umwelt-Produktdeklaration). Die breite Spanne zeigt, wie stark das Datenblatt des Produkts den Wert bestimmt. Auf stark saugendem Untergrund ist außerdem eine Grundierung sinnvoll, die die Saugfähigkeit vermindert. Ihr Bedarf ist eine eigene Rechnung und steht im Datenblatt der Grundierung.
Im Beispiel wären es bei rauem Untergrund 9,528 × 1,10 = 10,48 Liter, bei stark saugendem 9,528 × 1,20 = 11,43 Liter.
Schritt 5: Von Litern zu Eimern
Farbe gibt es in festen Gebinden. Häufige Größen sind 2,5, 5, 10 und 12,5 Liter, aber nicht jeder Hersteller und nicht jede Farbe gibt es in allen Größen. Tragen Sie unter „Untergrund, Gebinde und Preise“ die Größen ein, die Ihr Händler führt. Der Rechner probiert alle Kombinationen durch und wählt die mit der geringsten gekauften Menge. Bei gleicher Menge nimmt er die mit weniger Eimern.
| Fall | Bedarf | Eimer |
|---|---|---|
| 1 Anstrich, glatt | 4,76 l | 1 × 5 l |
| 2 Anstriche, glatt | 9,53 l | 1 × 10 l |
| 2 Anstriche, rau (+ 10 %) | 10,48 l | 1 × 12,5 l |
| 3 Anstriche, glatt | 14,29 l | 10 l + 5 l |
Tragen Sie zusätzlich die Preise ein, rechnet der Rechner mit den Preisen statt mit der Menge. Dann kann es sich lohnen, einen größeren Eimer zu kaufen, auch wenn davon mehr übrig bleibt. Das ist nicht immer so, größere Gebinde sind je Liter häufig, aber nicht zwingend günstiger.
Typische Fehler
- Die Fläche des Bodens statt der Wände nehmen. Der Boden spielt nur für die Decke eine Rolle.
- Die Ergiebigkeit vom Eimer für zwei Anstriche halten. Sie gilt in der Regel je Anstrich.
- Gerade so viel kaufen, wie rechnerisch nötig ist. Ein Rest von einem halben Liter ist hilfreich, um später Stellen auszubessern.
- Zwei verschiedene Chargen derselben Farbe mitten in der Wand anbrechen. Mischen Sie lieber vorher den ganzen Inhalt in einem großen Eimer zusammen.
So gehen Sie vor
- Raum ausmessen und die Maße im Rechner eintragen.
- Türen und Fenster mit den Schnellknöpfen hinzufügen und die Maße anpassen.
- Anstriche wählen und den Verbrauch vom Eimer übernehmen.
- Untergrund einstufen und die Gebinde eintragen, die Ihr Händler führt.
- Einkaufsliste kopieren und beim Kauf alle Eimer gleichzeitig mitnehmen.
Der Rechner liefert eine Planungsmenge. Für den Einzelfall zählen das Datenblatt der Farbe und die Anleitung des Herstellers.
Quellen
- DIN EN 13300, Die Norm für innen (Auszug aus der Broschüre Caparol Innenfarben), Caparol
- Umwelt-Produktdeklaration: Innenwandfarben auf Dispersionsbasis, Nassabriebbeständigkeit Klasse 2, Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie (VdL), Institut Bauen und Umwelt
Den eigenen Bedarf rechnen Sie im Wandfarbe-Rechner aus. Wie wir rechnen, steht auf der Seite Methodik. Stand: 23. Oktober 2026.
Über den Autor
Redaktion und Rechenlogik
Mateusz Viola ist Betreiber von farb-rechner.de bei der AKARA Solutions GmbH und redaktionell verantwortlich. Er hat die Rechenlogik des Wandfarbe-Rechners umgesetzt, von der Wandfläche über Abzüge und Anstriche bis zur Eimer-Kombination, und prüft sie mit Rechenbeispielen von Hand nach. Er ist kein Maler. Die Ratgeber fassen allgemeine Streichpraxis und öffentlich zugängliche Herstellerangaben zusammen und ersetzen weder das Datenblatt der Farbe noch die Beratung durch einen Malerbetrieb.